Enterprise Service Bus

Schnittstellenintegration bei komplexen Systemen
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Standardisierte Plattform für die Schnittstellen-Integration: Enterprise Service Bus (ESB)

In einfachen Projekten, in denen lediglich zwei Softwareapplikationen verbunden werden müssen, kann eine Schnittstellen-Integration in der Regel auf eine der klassischen Arten im point-to-point Verfahren erfolgen:

  1. Verwendung einer gemeinsamen Datenbank (z.B. MySQL)
  2. Nutzung von gemeinsamen Dateien (z.B. eine XML Datei, die von einer Anwendung beschrieben und von der anderen gelesen wird)
  3. Aufrufe von Funktionen der jeweils anderen Applikation über Remote Procedure Calls (RPC)

Oft wird dies z.B. in E-Commerce-Projekten so gemacht. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild: E-Commerce-Systeme entwickeln sich sehr dynamisch weiter. Der Online-Shop ist bald nur ein Bestandteil einer weitläufigen Systemlandschaft, durch die vielfältige Geschäftsprozesse laufen, die besondere Anforderungen an das Schnittstellenmanagement stellen. In fast allen Fällen muss eine Warenwirtschaft (ERP = Enterprise Resource Planning) als führendes System integriert werden. Hinzu kommen spezialisierte Softwarelösungen für Produktdatenpflege (PIM), Kundenmanagement (CRM = Customer Relationship Management), Newsletterversand, spezielle Suchtechnologien für Web und Intranet oder Informationssysteme für das Management (BI = Business Intelligence). Solche Systeme werden schnell derart komplex, dass die Wartung und Flexibilität der Architektur eine große Rolle spielt: Es gibt die ERP-Schnittstelle (zum Beispiel zu SAP), die CRM-Schnittstelle, die Online-Shop-Schnittstelle (zum Beispiel zu Magento) etc. Wenn die Softwarelösungen dann auch noch über Firmengrenzen hinweg eingesetzt werden, z.B. durch Einbeziehung von CloudServices wie externer Datensicherung oder Software auf Mietbasis (SaaS = Software-as-a-Service), ist die herkömmliche Schnittstellenintegration nicht nur hochgradig ineffizient, sondern darüber hinaus auch äußerst fehleranfällig.

Verwirrendes Point-to-Point-Verfahren

In den meisten älteren und gewachsenen Systemen findet man heute eine sehr verwirrende Verstrickung von Systemanbindungen im Point-to-Point-Verfahren, die in kürzester Zeit niemand mehr wirklich durchschaut, geschweige denn bei einer Systemstörung schnell das Problem finden kann. Die Wartungskosten für das Schnittstellenmanagement sind bei solchen Systeme daher meist sehr hoch.

Verwirrendes Point-to-Point-Verfahren

Verwirrendes Point-to-Point-Verfahren, das in kürzester Zeit niemand mehr wirklich durchschaut.

Standardisierte Plattform für die Schnittstellen-Integration:Enterprise Service Bus (ESB)

Um den Aufwand für Integration und Wartung bei mindestens drei zu integrierenden Einzelsystemen gering zu halten, bedienen wir uns einer standardisierten Plattform für die Schnittstellen-Integration: dem Enterprise Service Bus (ESB).
In dieser Middleware werden sämtliche Datenströme verarbeitet, übersetzt, verteilt und protokolliert. Über grafische Tools lassen sich ESB-Systeme effizient überwachen und konfigurieren. Als Kern aller E-Commerce-Prozesse wird der Enterprise Service Bus auf Hochverfügbarkeit ausgelegt. Und da ein ESB für eine große Menge an Transaktionen gedacht ist, lässt sich das System nahezu unbegrenzt skalieren und kann mit der Geschäftsentwicklung mitwachsen.

Enterprise Service Bus (ESB)

Im Enterprise Service Bus (ESB) werden sämtliche Datenströme verarbeitet, übersetzt, verteilt und protokolliert.

Gerne bieten wir Ihnen eine kostenlose Erstberatung zur Schnittstellen-Integration in Ihrem Unternehmen an.

Schnittstellen mit Enterprise Service Bus (ESB)

Im Zuge der fortschreitenden Spezialisierung der Softwaresysteme wurde bereits in den 90er Jahren das Thema Integration – also die lose Kopplung von Systemen – lebhaft diskutiert. Eine passende Plattform für die Schnittstellen-Integration, die sowohl die technischen als auch die betriebswirtschaftlichen Anforderungen erfüllen konnte, wurde immer stärker gefordert. Seitens des Managements setzten sich verstärkt Business-Process-Management Konzepte durch, was die Anforderungen an die IT erhöhte: Ein Geschäftsprozess sollte klar abgebildet sein, sich dabei aber vieler Services und Systeme innerhalb der ganzen IT-Landschaft bedienen.

Ein Beispiel dafür ist eine Neukundenanlage: Über die Website erhält das Unternehmen einen Kontakt von einem interessierten Neukunden. Die Anlage erfolgt automatisiert oder manuell im ERP System. Gleichzeitig soll der neue Kunde für den Newsletter angemeldet werden (Newlettersystem), ein Begrüßungspaket mit Katalog erhalten (Versand), zur demnächst anstehenden Messe eingeladen werden (Marketing/Vertrieb), der zugeordnete Außendienstmitarbeiter soll informiert werden (Vertriebsinformationssystem) und im Hintergrund soll die Bonität des Kunden für die Kreditversicherung geprüft werden (Rechnungswesen). Schon dieses kleine Beispiel veranschaulicht die Anforderung an die Verarbeitung großer Datenmengen, deren Transformation und die Bereitstellung für unterschiedliche Abnehmer und Systemfunktionen. So wurde im Jahre 2002 der ESB zum ersten Mal in Middleware-Projekten für eine effiziente Schnittstellen-Integration eingesetzt. Begünstigt wurde die Errichtung der ESB Architektur durch die Etablierung von Standards und Technologien wie JMS, XML oder Web Services.

Grundlegende Integrations-Architektur

Bei einem ESB handelt es sich daher um keine Technologie, sondern eher um eine grundlegende Integrationsarchitektur. Diese ist serviceorientiert und dient der Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Backend-Systemen und Geschäftsdiensten.

Daraus ergeben sich die wesentlichen Merkmale und Kernaufgaben eines ESB:

  • Hochskalierbare Integrationsplattform
  • Nutzung von Standards bei der Integration
  • Routing und Transformierung von Nachrichten
  • Protokolltransformierung
  • Unabhängiger Einsatz von Servicekomponenten
  • Quality of Service

Ein ESB ist sicher kein Allheilmittel für alle Schnittstellenprobleme, kann aber in vielen Fällen ein sinnvoller Ansatz für die Architektur eines E-Commerce Systems sein. Wir arbeiten hier mit Mulesoft und deren Integrationsplattform Mule ESB sowie dem Apache ServiceMix.

Wettbewerbsvorteile durch moderne Systemarchitektur

Neben der Nutzung für E-Commerce-Schnittstellen kann ein ESB auch im Bereich Informations- und Prozessmanagement hervorragend eingesetzt werden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig verbessern. Denn mit dem Aufstieg von Cloud-Services und mobiler Internetnutzung sind viele Unternehmen vor die Wahl gestellt: Vor der explosionsartig zunehmenden Zahl an Zugriffspunkten in ihrem Softwaresystem kapitulieren oder daraus Wettbewerbsvorteile erlangen.

In der Ära des „New Enterprise“ müssen sich Unternehmen nicht mehr nur um die klassischen Produktionsfaktoren innerhalb ihrer vier Wände kümmern. Heute müssen Unternehmen eine stetig wachsende Zahl von Anwendungen, Daten, Partnern und Kunden managen und im Unternehmen mit dem Ziel der maximalen Wertschöpfung kombinieren. Mit einer modernen ESB-Architektur öffnen sich Unternehmen für diese neue Ära und schaffen einfache Verbindungen zwischen den unternehmensinternen Systemen, den mobilen Anwendungen und unterschiedlichen Cloud- oder SaaS-Lösungen – hochflexibel und individuell je nach Ausrichtung des Unternehmens. Dies beschleunigt die Umsetzung von neuen, strategischen Ausrichtungen und schafft Zeit- und damit Wettbewerbsvorteile.

Gerne besprechen wir mit Ihnen den möglichen Einsatz eines ESB zur Schnittstellen-Integration in Ihrem Unternehmen.

Jörg Kuschezki
Geschäftsführer/Solution Architect
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